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Johan Thomas Lundbye
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Johan Thomas Lundbye (* 1. September 1818 in Kalundborg; â 26. April 1848 in der Nähe von Bedstedt) war ein dänischer Maler.
Contents
⢠1848
⢠Werk
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Leben und Familie
Lundbyecite-ref-1[1] wuchs in Kalundborg auf Seeland auf. Sein Bruder Carl Lundbye machte eine militärische Karriere und war 1863â64 dänischer Kriegsminister. Johan Thomas Lundbye studierte ab 1832 Malerei an der Kopenhagener Kunstakademie bei Johann Ludwig Lund (bei ihm erhielt er Privatunterricht, ebenso bei Christian Holm). 1836 verkaufte er sein erstes Gemälde an die Kunstvereinigung in Kopenhagen, 1838 weitere. 1839 kaufte Bertel Thorvaldsen ein Bild von ihm. Im gleichen Jahr traf er seine groĂe (nicht erwiderte) Liebe, Louise Marie Neergard. 1840 entstanden verschiedene Porträts von seinem Freund Lorenz Frølich. 1841 zeichnete er sich selbst als âMelancholiker, vor dem Ofen sitzendâ.cite-ref-2[2] 1842 kaufte der dänische KĂśnig Christian VIII. sein Bild âSeeländische Landschaftâ (vgl. Madsen, 1895, S. 87)cite-ref-3[3] ; Lundbye fing an TagebĂźcher zu schreiben. Die groĂen Gemälde âDer Gänseturm in Vordingborgâ und âEine dänische KĂźsteâ entstanden 1842/43 (letzteres kaufte wiederum der dänische KĂśnig). âEin Kuhstall in Vejbyâ wurde 1843 gemalt, und eines der berĂźhmtesten Werke dieser Periode ist der âKuhstall in einem Bauernhofâ (vgl. Madsen, 1895, S. 134 f.). 1844 verliebte er sich wieder: vergeblich. Er malte in Nordwestseeland, und das bereits seit 1838: Mit einem Bild vom Arresee gelang ihm 1838 der âDurchbruchâ (vgl. Madsen, 1895, S. 51 ff., S. 58 u. Ăś.), er malte u. a. bei seinem Onkel in Vallekilde und in Vognserupcite-ref-4[4] bäuerliche Szenen. 1843 malte er wieder in Nordwestseeland (vgl. Madsen, 1895, S. 130 ff.). Im März 1845 erhielt er ein Reisestipendium der Kunstakademie, und im Juni brach er zu seiner Reise nach Italien auf. â 1847 malte er erneut in Vognserup; er verliebte sich in Georgia Schouw (heimliche Verlobung). Im April 1848 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst im Heer. Am 25. April 1848 starb er durch eine verirrte Kugel: Ihm blieben nur etwas mehr als zehn Jahre intensives kĂźnstlerisches Schaffen!cite-ref-5[5]
Lundbye gehĂśrte, wie auch sein enger Freund P. C. Skovgaardcite-ref-6[6], zur letzten Generation des so genannten Goldenen Zeitalters der dänischen Malerei, das mit dem BĂźrgerkrieg um das Herzogtum Schleswig 1848/50 sein Ende fand. BerĂźhmt wurde Lundbye vor allem fĂźr seine Landschaftsbilder und seine Tierstudien, wobei er zunehmend von der sich verstärkenden Nationalromantik beeinflusst wurde. Zuordnungen zu Epochen machen in der Regel Probleme: Madsen (1895, S. 47) nennt ihn sogar einen âVollblutromantikerâ, aber gleichzeitig einen âredlichen Naturalistenâ. Lundbye wollte vor allem âdas liebe Dänemarkâ malen, âdet kjĂŚre [kĂŚre] Danmarkâcite-ref-7[7], und mit seinen Gemälden patriotische GefĂźhle wecken und stärken. Um seinen tragischen Tod (auf dem Weg zur Front durch eine verirrte Kugel eines Kameraden getroffen) rankten sich manche Legenden.
Der Vater des Malers war Oberst und Chef des Raketencorps, Joachim Theodor Lundbye (* 1778; â 1841), und er heiratete 1810 in Kalundborg (Nordwestseeland) Cathrine (Trine) Bonnevie (* 1792; â 1863). Der GroĂvater war geachteter Zollbeamter in Kalundborg; Lundbye verehrte ihn (und porträtierte ihn liebevoll im November 1846) und wurde selbst zum âberĂźhmten Sohn der Stadtâ; zum strengen Vater war das Verhältnis gespannt.cite-ref-8[8] Lundbye war der Drittälteste in einer Schar von sieben BrĂźdern. Der Ălteste, Carl oder C. C. Lundbye (* 1812; â 1873), war Soldat (Artillerieoffizier, Oberst und zweimal Kriegsminister, der im 1864er Krieg eine hĂśchst unglĂźckliche Rolle spielte; siehe oben: Carl Christian Lundbye).cite-ref-9[9] Der nächste, Emanuel Andreas Lundbye (* 1814; â 1903), war im 1864er Krieg Major, zuletzt u. a. Chef der Offiziersschule des Heeres in Kopenhagen, Schloss Frederiksberg.cite-ref-10[10] Er heiratete 1872 Ida Comtesse Petersdorff (Petersdorff (Adelsgeschlechter)) (* 1836; â 1895), und aus dieser, seiner zweiten Ehe stammen weitere Nachkommen.cite-ref-11[11] Theodor Louis Lundbye (* 1816; â 1907) war u. a. Gutsbesitzer mit vielen Nachkommen, die nicht den Weg zum Militär einschlugen. Nach dem Maler war der nächste Siegvard Urne Rosenvinge Lundbye (* 1820; â 1864), Hauptmann und Bataillonskommandeur; er fiel am 18. April 1864 auf den DĂźppeler Schanzen. Honoratus Rudolph Lundbye (* 1821; â 1888) war Jurist und u. a. Beamter bei der Eisenbahn. Der jĂźngste der BrĂźder, Joachim Emil Lundbye (* 1826; â 1897), war 1848 Leutnant und wurde 1850 bei Mysunde verwundet. Er verlieĂ das Militär als Hauptmann und Kompagniechef und war bis 1896 bei der Eisenbahn und bei der Post. Zu seinen Nachkommen zählt u. a. der dänische Verfasser Vagn Lundbye (* 1933; â 2016; vgl. die Literatur, 2008).
Lundbyes Bindung an die Mutter ist bemerkenswert; ihr galt seine innige Zuneigung, sie schĂźtzte ihn manchmal vor den Grobheiten der BrĂźder, die âSoldatâ spielen wollten. Den Vater verlor Lundbye 1841 (vgl. Madsen, 1895, S. 84); 1842 teilte er in Kopenhagen die Wohnung mit der Mutter (vgl. Madsen, 1895, S. 98). Lundbye war (heimlich) verlobt mit Georgia Schouw (* 1828; â 1868), die 1851 (nach Lundbyes Tod; vgl. Tegninger & Huletanker, 1998, S. 79 â 90) dessen engsten Freund P. C. Skovgaard heiratete (siehe oben).
Eine (einseitige) Liebe zu Louise NeergĂĽrd, die 1842 âhell entflammteâ (Ostenfeld, 1977, S. 25) verstärkte Lundbyes depressive Veranlagung.cite-ref-13[13]
1848
Nach Beginn des militärischen Konflikts um das Herzogtum Schleswig im FrĂźhjahr 1848 meldete sich Lundbye freiwillig zu den dänischen Truppen (vgl. ausfĂźhrlich Tegninger & Huletanker, 1998, S. 91â120, mit vielen Abbildungen). Zu einem Fronteinsatz kam er jedoch nicht mehr, da er durch eine von einem Unfall verursachte Schussverletzung in der Nähe von Bedstedt ums Leben kam. Immer wieder wurde spekuliert, dass sein Tod Selbstmord warcite-ref-14[14], aber das hat keinen RĂźckhalt in den Quellen.cite-ref-15[15] Die Tragik seines frĂźhen Todes lieĂ sich anscheinend erklären aus den Anzeichen von Depression, die manche aus seinen letzten Bildern, aus Briefen und aus den TagebĂźchern herausgelesen haben, und das wurde anscheinend bestätigt durch eine medizinische Doktorarbeit von Ib Ostenfeld (1937), ein entfernter Verwandter, der âleichte Anzeichenâ von manio-depressiven Zuständen feststellte. Auch andere nannten ihn, neben H. C. Andersen und Kierkegaardcite-ref-16[16], âzutiefst depressivâ und ein âgescheitertes Genieâ; allerdings habe er âdie ausgeglichensten und heitersten dänischen Landschaften gemaltâ.cite-ref-17[17]
Sein Grab in Bedsted (Bedsted Sogn (Tønder Kommune)) wird von der Gemeinde gepflegtcite-ref-18[18], eine der StraĂen der Gemeinde trägt seinen Namen. Seine Mutter, die das Grab besuchen wollte, starb als Achtzigjährige auf dem Weg dorthin in Aabenraa und wurde 1863 neben ihm in Bedsted begraben. Denkmäler fĂźr Lundbye stehen u. a. in Bedsted, an der Garnisonskirche in Kopenhagen und in Kalundborg vor dem Dom. Am letzteren Platz erinnert der moderne und groĂformatige Bronzekopf auch an das Denkmal des âtapferen Landsoldatenâ, das Herman Wilhelm Bissen 1849 fĂźr die Stadt Fredericia schuf und das dem Aussehen Lundbyes nachgebildet ist.cite-ref-19[19] Zwei StraĂen in dänischen Städten tragen den Namen von âJohan Thomas Lundbyeâ, nämlich in Aalborg und in Kopenhagen (jeweils in Quartieren mit Namen von Malern und KĂźnstlern); ein Weg in Bedsted ist nach ihm benannt.cite-ref-20[20]
Namensgleich ist ein Neffe des Malers, der dänische Ingenieur Johan Thomas Lundbye (* 1874; â 1951), und ein Johan-Thomas-Lundbye-Weg existiert in Flensburg-Weiche, der nach diesem benannt ist.cite-ref-21[21]
Werk
Goldenes Zeitalter
Lundbye gilt als eine der Hauptpersonen des â[dänischen] Goldenen Zeitaltersâ in jener Epoche von etwa 1815 bis 1848, die zeitlich dem deutschen Biedermeier entspricht, im Dänischen jedoch die hohe Qualität der bildenden Kunst in jener Zeit hervorheben will. Es ist auch die Zeit des Bildhauers Bertel Thorvaldsen (* 1770; â 1844), den Lundbye und seine Zeitgenossen verehrten (Lundbye zeichnet Thorvaldsen 1843).cite-ref-22[22] Während die ältere Generation der Maler SchĂźler von Christoffer Wilhelm Eckersberg waren (zu ihnen gehĂśrten jedoch auch Lundbyes enge Freunde Lorenz Frølich und Christen Købke, und der letztere war mit seinen Italien-Erfahrungen mit Thorvaldsen verbunden), malte die jĂźngere âKopenhagener Schuleâcite-ref-23[23] mit Lundbye bei ihrem Lehrer Johann Ludwig Lund, der einen Gegenpol zu Eckersberg bildete.cite-ref-24[24] Eckersberg liebte die Perspektive und seine Bilder sind ârealistischâ; fĂźr Lundbye war das Motiv in der Natur eher Ausgangspunkt fĂźr eine relativ frei gestaltete, eigene Komposition. Manche Details fĂźr seine Gemälde ânach der Naturâ Ăźbernahm er von Studien und Skizzen an anderen Stellen. Etwa sein berĂźhmtes ânationalromantischesâ Gemälde âGĂĽsetĂĽrnet i Vordingborgâ (Der Gänseturm in V., 1842; SMK), häufig analysiert und interpretiert, ist bis in kleine Details hinein genauestens komponiert. Ziel war fĂźr ihn âdas liebe Dänemarkâ in manchmal idealisierter Form zu malen (den Gänseturm in Vordingborg hatte Lundbye selbst nie gesehen, er benĂźtzte ein Aquarell von Skovgaard als Vorlage â fĂźr Skovgaards Onkel malte er dieses Bild; vgl. Madsen, 1895, S. 90, Johan Thomas Lundbye 1818â1848 âŚat male det kjĂŚre Danmark, 1994, S. 13, und Svenningsen: Seks ĂĽr af et liv, 2018, S. 65). Mit den bäuerlichen Szenen war er aber grundsätzlich ebenfalls ârealistischâ.cite-ref-25[25] Und wo er sich nicht auf Skizzen stĂźtzte, konnte er sich auf ein hervorragendes visuelles Gedächtnis verlassen (Tegninger & Huletanker, 1998, S. 15). Lundbye malte und zeichnete unablässig; da er zumeist ziemlich mittellos war, oft auf schlechtem Papier.cite-ref-26[26]
Zeichnungen, Tiere und Leben auf dem Lande
Von Frølich lernte er die Technik der Federzeichnung (Tegninger & Huletanker, 1998, S. 17); mit ihm teilte er die Liebe zum Ornament (dito S. 23).cite-ref-27[27] Die Skizzen und Zeichnungen gehĂśren mit zu den besten ihrer Artcite-ref-28[28] und sind in der Natur entstanden,cite-ref-29[29] während die Gemälde oft, wie es damals Ăźblich war, später im Atelier zusammenkomponiert wurden. Motive der Heimat wie z. B. KĂźstenstrecken, hĂźgelige Landschaften (vor allem die seiner Heimat in Nordwestseeland) und Szenen aus dem bäuerlichen Leben (Ställe, KĂźhe auf der Weide usw.) wurden (nach der Natur) vielfach mit Symbolen der Heimat wie z. B. einem HĂźgelgrab kombiniert und sollten quasi ĂźberhĂśht âdas liebe Dänemarkâ abbilden.cite-ref-30[30] Andererseits war Lundbyes Werk in gewisser Weise neu â âLundbye brachte in der Kunst des Goldenen Zeitalters einen neuen Klangâ (Poulsen, 1961, S. 4) â, und eines seiner groĂen Gemälde mit einem Kuhstall als Motiv erregte durch die Realität der Darstellung Aufmerksamkeit. Kritiker meinten bewundernd vor dem Bild, es wĂźrde âstinkenâ. Auch scheute Lundbye sich nicht, etwa einen Misthaufen zu malen: Nichts Ländliches war ihm fremd, und er liebte den Blick auf das bäuerliche Leben, Ăźber das andere die Nase rĂźmpften.cite-ref-31[31] In späteren Jahren war sein Monogramm ein ineinandergefĂźgtes I T L [Johann Thomas Lundbye] mit Jahreszahlcite-ref-32[32]; viele Zeichnungen sind nur durch die Zuordnung in seinen wichtigen TagebĂźchern datierbar. In der Jugend und auf den frĂźhen Werken signierte er nationalromantisch mit Runen.cite-ref-33[33] âNordischesâ liebte er. DafĂźr war seine Reise nach Italien fĂźr ihn eine Enttäuschung, und er litt ständig unter Heimweh nach seinem âgeliebten Dänemarkâ. Er schuf die Gestalt des Nisse [Weihnachtswichtel, eigentlich ein Troll und Bewohner eines GrabhĂźgels bzw. ein helfender Hausgeist] als sein Alter Ego â Lundbye nennt ihn âSindreâ (Ăźber diesen âHĂźgeltrollâ vgl. ausfĂźhrlich Tegninger & Huletanker, 1998, S. 40 â 78, und viele weitere Abbildungen S. 300 â 332) und gab diesem sein Aussehen, ein Aussehen, das diese liebenswĂźrdige, sehr âdänischeâ und weihnachtliche Zwergengestalt bis heute prägt.cite-ref-34[34] Lundbyes âSindreâ jammerte auch in Italien: âAch Gott, wenn ich an die Freunde in Kopenhagen denke, wie eisigkalt ist da nicht das Leben in dem warmen Italien.â Mit dem Freund Lorenz Frølich wurden Briefe gewechselt; ihm gegenĂźber sagte Lundbye, er wĂźrde sich Ăźber seine verrĂźckten âHuletankerâ (HĂśhlengedanken) sehr wundern.cite-ref-35[35]
Kßnstlerfreunde und Porträts
Lundbye wurde und wird als der inspirierende Kern einer KĂźnstlergruppe seiner Altersgenossen mit vor allem Skovgaard, Frølich, Købke (acht Jahre älter), Jens Adolf Jerichau und Thorald LĂŚssøe charakterisiert. Der Maler und die Familie waren u. a. mit Hans Vilhelm Kaalund (* 1818; â 1885) befreundet, und der Maler illustrierte dessen Fabler for Børn (Fabeln fĂźr Kinder, 1845 [siehe: Literatur]) mit liebenswerten Strichzeichnungen (z. B. ein Holzschnitt vom Hund [nach der Federzeichnung Lundbyes fĂźr Kaalund], der am Kai dem davonsegelnden Boot nachschaut). Mit 19 Jahren war Lundbye voll ausgebildeter KĂźnstler (Madsen, 1895, S. 12).cite-ref-36[36] Viele von Lundbyes Zeichnungen und Gemälden sind Porträts der Familienmitglieder und der Freunde, so von der Malerin Eleonora Tscherning â und Selbstbildnisse, die ihn differenziert und oft selbstkritisch dokumentieren. Der Maler war in dänischer Literatur hĂśchst belesen, liebte Altnordisches, las Kierkegaard, hĂśrte die Predigten von Nikolai Frederik Severin Grundtvig (mit dessen Sohn Svend er später Freundschaft schloss; vgl. Svenningsen: Seks ĂĽr af et liv, 2018, S. 76; zu N. F. S. Grundtvig vgl. Madsen, 1895, S. 44 f.), las die historischen Romane von Bernhard Severin Ingemann (vgl. Svenningsen, S. 116), lieĂ sich von dem strengen Kunsthistoriker Niels Laurits Høyen belehren, der ihm den Blick auf âvaterländischeâ Motive in der Natur Ăśffnete (vgl. Madsen, 1895, S. 139 â 141 u. Ăś.cite-ref-37[37]), und Lundbye schrieb seinerseits ausfĂźhrliche TagebĂźcher (vgl. Madsen, 1895, S. 159 ff. bis S. 179, und vor allem Jesper Svenningsen, 2018), in denen er Notizen zu seinen Werken festhielt, aber auch sein eigenes Leben âliterarischâ stilisierte. Lundbye lebte in hohem Grad âmit und in der Poesieâ (Madsen, 1895, S. 42) â 1835 erschien eine Gedichtsammlung von Christian Winther, die Inspiration lieferte (vgl. Madsen, 1895, S. 48 â 50, S. 68 u. Ăś.). Bildende Kunst, literarische Vorliebe und eigene PersĂśnlichkeit wollte er mit seinen TagebĂźchern, gedacht auch fĂźr ein Lesepublikum, quasi zu einem âGesamtkunstwerkâ zusammenschmelzen (eine Ăźberraschend moderne Vorstellung).
Lundbyes geachtete GroĂwerke waren zu seinen Lebzeiten die Landschaftsmalereien. Tierstudien waren Skizzen und Vorarbeiten dazu (mit ihnen, als SchĂźler von Christian Holm, begann allerdings seine kĂźnstlerische Laufbahn). Mit der Zeit entwickelte er sich wieder zum âTiermalerâ (vgl. Madsen, 1895, S. 101 ff.), nannte sich selbst so, und âDyrmalerâ steht auf seinem Grab. Seine Zeichnungen von Tieren in ländlicher Umgebung werden heute zunehmend geschätzt.cite-ref-39[39] Gleiches gilt fĂźr Lundbyes Darstellung von Bäumen und Waldpartien (vgl. Tegninger & Huletanker, 1998, S. 28 ff.) und besonders fĂźr die zahlreichen Skizzen in seinen TagebĂźchern, z. B. fĂźr die zauberhaften Federzeichnungen im Reisetagebuch nach Italien 1846 (mit Nachträgen bis 1848; herausgegeben von Eigil H. BrĂźnniche, 1953): und immer wieder mit dem Nisse, den das Heimweh plagt, bis zur kleinen Zeichnung, die ihn selbst zwergenhaft, als âFreiwilligenâ am 30. März 1848 zeigt.cite-ref-40[40] In der relativ kurzen Periode nach der Italienreise entstanden eine Reihe von besonders âschĂśnenâ Bildern, wieder mit bäuerlichen Motiven in der Umgebung von Vognserup in Nordwestseeland (vgl. Madsen, 1895, S. 193 ff.). Aber Madsen registriert ebenso eine wachsende Unruhe und âUnfrischeâ in den Bildern von 1847, die der Kritiker dem eher dĂźsteren GefĂźhlszustand von Lundbye in dieser Zeit zuschreibt (Madsen, 1895, S. 212 f.); er hält ihn fĂźr âseelenkrankâ (dito, S. 214). Lundbye Ăźberlegte, ob er eine âmilitärische Laufbahnâ anfangen sollte (dito, S. 227), und im Dezember 1844 begann er das Tagebuch mit dem berĂźhmten Eintrag, er habe sich zum Militär gemeldet (zusammen mit Carlo Dalgas und Svend Grundtvig). Dort fĂźgte er jenen (nicht abgeschlossenen) Halbsatz ein, der Spekulationen auslĂśste: âFalls eine verirrte / verwilderte KugelâŚâ (dito, S. 231; auf Dänisch: âOm en vildsom Kugle âŚâ, im Original vier Gedankenstriche).
Wirkung und Nachleben
Lundbyes Werk ist, trotz der kurzen Lebensspanne von 29 Jahren, sehr umfangreich. AuĂer im Privatbesitz (nach seinem Tod wurde der malerische und zeichnerische Nachlass zuerst in der Familie aufgeteilt) hängen seine Werke vor allem in dänischen Museen: Statens Museum for Kunst (SMK), Hirschsprungsche Sammlungcite-ref-41[41], Ny Carlsberg Glyptotek, alle in Kopenhagen; dort ebenso Thorvaldsen-Museum, Nivaagaards Malerisamling und Ordrupgaard. Einige Werke sind in regionalen dänischen Museen von z. B. Ribe, Randers, Viborg (Skovgaard Museum) und Horsens. Lundbyes Werke wurden, neben dem festen Bestand der groĂen (dänischen) Museen, auf zahlreichen Ausstellungen, auch international, gezeigt.cite-ref-42[42] Das reichhaltige Werk angemessen zu wĂźrdigen, gelingt heute nur im wissenschaftlichen Team: In dem Katalog Tegninger & Huletanker⌠(Hirschsprungsche Sammlung, 1998) schreiben nach einleitenden Artikeln mit Blick auf unterschiedliche Aspekte von Lundbyes Leben Jens Peter Munk Ăźber die Porträts und die Bilder von Seeland, Marianne Saabye (Direktorin der Hirschsprungschen Sammlung von 1986 bis 2016), Munk und eine Gruppe Ăźber die Skizzen, Munk Ăźber die Italienreise 1845â46, Saabye und Kollegen Ăźber Lundbyes Nisse bzw. HĂźgeltroll. Ebenso wird die Dokumentation vom Team geleistet: das Schicksal der Zeichnungen (nach dem Tod Lundbyes verstreut in der Familie, nachträglich vieles wieder im Museum gesammelt) und der 37 [!] SkizzenbĂźcher (wie die Skizzen vielfach verteilt). Birgitte Johannessoncite-ref-43[43] dokumentiert die Briefe und andere Aufzeichnungen. Die drei genannten Wissenschaftler stehen auch gemeinsam fĂźr die Redaktion des Bandes.
Literatur
⢠Fabler for Børn af H. V. Kaalund og J. T. Lundbye. Kopenhagen: Philipsen, 1845 (ohne Paginierung, 50 Gedichte von Hans Vilhelm Kaalund und Abbildungen; die Bilder, Strichzeichnungen Lundbyes, sind von Kittendorff lithographiert; in der zweiten Ausgabe 1866 in Holz nachgeschnitten von H. P. Hansen, 1908 wieder mit den ursprßnglichen Handzeichnungen; vgl. die moderne Ausgabe von 2008).
⢠Mindeblade om Den Nordiske Højtid (Erinnerungsblätter an das Nordische Fest). Den 13. Januar 1845. Kopenhagen: Bing & Ferslev, 1845 (âAutographienâ von Frølich, Lundbye, Skovgaard [nicht genauer zugeordnet]; 12 unpaginierte Blätter, Blatt Nr. 10 âHeimdalâ).
⢠Arbejder af Johan Thomas Lundbye udstillede i Kunstforeningen in København Oktober 1893. 56 S. (Ausstellungskatalog mit 495 Katalog-Nummern [z. B. den Zeichnungen vielfach mehrere Werke unter einer Nummer], chronologisch seit dem ersten Gemälde âEn Hundâ, 1835 auf der Ausstellung Charlottenborg 1835; Lundbyes Werke mit u. a. Hinweis auf Provenienz [vielfach Privatbesitz] und Art der Signatur; 161 Gemälde von Landschaften u. ä., Porträts, Zeichnungen und Aquarelle, Radierungen und Holzschnitte)
⢠Madsen, Karl: Johan Thomas Lundbye 1818â1848. Kopenhagen: Kunstvereinigung, 1895 (eine zweite Ausgabe Kopenhagen 1949). 284 S., zahlreiche Abbildungen (die klassische KĂźnstlerbiographie zu Lundbye; ausfĂźhrlich Hinweise zur Biographie und zum kĂźnstlerischen Werdegang; Verzeichnis der Gemälde seit 1834, S. 246 ff. bis S. 264 [aufgelistet werden hier 263 Gemälde]; Verzeichnis der Radierungen, Holzschnitte [nach Lundbyes Tod nach seinen Zeichnungen] u. ä.).
⢠Lundbye, J. Th.: Dagbogsoptegnelser (Tagebuch-Aufzeichnungen; in Auszßgen herausgegeben von) Karl Madsen. Kopenhagen: Gyldendal, 1918 (zweite Ausgabe 1961; siehe dort).
⢠Hendriksen, F. [Frederik]: Lorenz Frølich. Egne Optegnelser og Breve til og fra hans SlĂŚgt og Venner (⌠eigene Aufzeichnungen und Briefe von und an seine Familie und Jugendfreunde). Kopenhagen: Hendriksen, 1920â1921. 408 S., zahlreiche Abbildungen (u. a. viele Briefe von und an Lundbye, auch mit Zeichnungen; S. 138 ff. bis S. 143 mit den nordischen GĂśttern, 1845; S. 141 Lundbye hat nicht die Heimdall-Figur gezeichnet, aber alle Rahmen, siehe Abb. S. 142; S. 195 f. Brief Lundbyes vom 14. April 1848 an Frølich in Rom. S. 197â200 Frølichs Bericht Ăźber Lundbye, 1877 [in AuszĂźgen]. - Zweiter Teil, S. 209 ff. Ăźber die Zeit nach Lundbyes Tod).
⢠Johan Th. Lundbye. 60 Autotypier i Tontryk [âŚ]. Kopenhagen: Gad, 1931. 64 S., Abbildungen (âSmaa Kunstbøgerâ, Nr. 21).
⢠Madsen, Karl: Malerier af Johan Thomas Lundbye (Gemälde vonâŚ). Kopenhagen: Gad, 1931. 76 S. (58 schwarz-weiĂ Abbildungen mit MaĂangaben und Provenienz)
⢠K. F. [Kai Flor]: âLundbye, Johan Thomasâ. In: Illustreret Dansk Konversationsleksikon, Band 14, Kopenhagen: Berlingske, 1935, S. 245 f.
⢠Ostenfeld, Ib: J. Th. Lundbye. Et Stemningslivs Historie. Studier over lette manio-depressive Tilstande [⌠Die Geschichte eines Stimmungslebens. Studien ßber leichte manio-depressive Zustände]. Kopenhagen: Gad, 1937. 233 S. und Beilagen (eine neuere, gekßrzte Darstellung auch fßr Nicht-Mediziner bietet Ostenfeld 1977).
⢠BrĂźnniche, Eigil H.: [Lundbye] Troldom og Hule-Tanker 1846 (Faksimile) / Vejledende tekst til J. Th. Lundbyes skitsebog Troldom og Huletanker von⌠(Wegweisender Text zu⌠Skizzenbuch âZauberei und HĂśhlengedankenâ). Kopenhagen 1953. Abbildungen ohne Paginierung / 18 S.
⢠Johann Thomas Lundbye 1. September 1818 â 25. April 1848. Fortegnelse over Tegninger udstillede i Kunstforeningen 1. â 24. Januar 1954. Kopenhagen 1954 (Ausstellungskatalog der Zeichnungen; chronologisch seit dem Selbstporträt von 1834 mit Hinweisen zur GrĂśĂenangabe und zur Provenienz; 107 Katalog-Nummern [viele Zeichnungen in Sammelrahmen]; keine Paginierung).
⢠Madsen, Karl: J. Th. Lundbyes Dagbogsoptegnelser [in Auszßgen]. Kopenhagen: Haselbalch, 1961. 60 S., einige Abbildungen (Darstellung mit Verwendung von Zitaten aus den Tagebßchern; eine erste Ausgabe dazu: Karl Madsen, Lundbyes Dagbogsoptegnelser, Kopenhagen 1918; siehe dort).
⢠Poulsen, Vagn: Dänische Maler. KĂśnigstein i. T.: Langewiesche â KĂśster, 1961. 87 S., Abbildungen (âDie blauen BĂźcherâ; Einleitung Deutsch, Englisch, FranzĂśsisch, Dänisch; Abbildungen von Lundbye: âHankehøjâ auf Seeland, S. 39; Selbstporträt, S. 46; Hof bei Lodskov, Seeland, S. 49; Winterlandschaft, S. 54).
⢠Johan Thomas Lundbye: Et Aar af mit Liv (ein Jahr meines Lebens), mit längerer Einleitung und Anmerkungen von Mogens Lebech. Kopenhagen: Busck, 1967. 173 S., Abbildungen (Tagebuch März 1842 bis April 1843).
⢠Johan Thomas Lundbye. Reisedagbøger 1845â1846. Herausgegeben von einer Arbeitsgruppe der KĂśniglichen Kupferstichsammlung in Statens Museum for Kunst. Kopenhagen 1976. 350 S., zahlreiche Abbildungen.
⢠Ostenfeld, Ib: Johan Thomas Lundbye. En kunstners kamp med sin skĂŚbne. En epilog (⌠der Kampf eines KĂźnstlers mit seinem Schicksal. Epilog). Kopenhagen: Rhodos, 1977. 62 S., Abbildungen. ISBN 87-7496-572-7 (vgl. die Dissertation von 1937; 1977 Besprechung dazu von Poul Bonnevie in Ugeskrift for lĂŚger [dänische Wochenschrift fĂźr Ărzte]).
⢠Ă
rets tolv müneder. Tegninger: J. Th. Lundbye. Kopenhagen o. J. [ca. 1979]. 118 S., Abbildungen (dänische Gedichte, illustriert mit Zeichnungen von Lundbye).
⢠NørregĂĽrd-Nielsen, Hans Edvard: Danske kyster (Dänische KĂźsten). Ohne Ort: Danmarks Naturfredning u. a., 1986. 175 S., Abbildungen. ISBN 87-87030-21-7 (Abbildungen von Lundbye, S. 12 ff. bis S. 17; S. 48 bis S. 57 âEn dansk kystâ [Eine dänische KĂźste]; S. 58 ff. bis S. 63).
⢠Wivel, Mikael: Ordrupgaard. Udvalgte vĂŚrker (⌠ausgewählte Werke). Kopenhagen: Ordrupgaard, 1993. 75 Tafeln (ohne Paginierung). ISBN 87-88692-08-6 (Lundbye = Tafel 67 und 68 mit Beschreibungen; Tafel 69 = L. A. Ring (Lauritz Andersen Ring), âLundbyes BĂŚnk ved Arresøâ, 1899, die Bank am Arresee, von der aus Lundbye [angeblich] häufig malte).
⢠Johan Thomas Lundbye 1818â1848. âŚat male det kjĂŚre Danmark (âŚdas liebe Dänemark malen). Kopenhagen: Thorvaldsens Museum, 1994. 235 S., zahlreiche [sehr gute] Abbildungen [S. 35 â 87 und ff. mit den Beiträgen]. English summaries; Bibliographie. ISBN 87-7521-068-1 (und verschiedene Beiträge von u. a. Stig Miss, Kasper Monrad, Vagn Lundbye zu Werken und Ăźber Werke von Lundbye).
⢠Aus Dänemarks goldener Zeit. Landschaftsmalereien des frßhen 19. Jahrhunderts aus dem Statens Museum for Kunst, Kopenhagen. KÜln: Wallraf-Richartz-Museum, 1995. 143 S., Abbildungen (u. a. Beiträge von Kasper Monrad; Bildbeschreibungen; Lundbyes Werke = Katalognummern 31 bis 37).
⢠NørregĂĽrd-Nielsen, Hans Edvard (Hans Edvard NørregĂĽrd-Nielsen): Dansk Guldalder Maleri. Ny Carlsberg Glyptotek [Katalog]. Kopenhagen 1995. 305 S., zahlreiche Abbildungen. ISBN 87-7452-162-4. â NørregĂĽrd-Nielsen, Hans Edvard: Danish Painting of the Golden Age. Ny Carlsberg Glyptotek [Catalogue]. Copenhagen 1995. ISBN 87-7452-163-2 (längere EinfĂźhrung und ausfĂźhrliche Beschreibung von Lundbyes Werken, Ausstellungsnummern 70 bis 86).
⢠Tegninger & Huletanker. Johan Thomas Lundbye 1818â1848 (Zeichnungen und HĂśhlengedankenâŚ). Kopenhagen: Den Hirschsprungske Samling, 1998. 386 S., zahlreiche Abbildungen. ISBN 87-90597-03-6 (groĂformatiger Katalog der Ausstellung Sept. 1998 â Jan. 1999, im Anschluss daran in Hamburg-Altona Jan. â Febr. 2000; Schwerpunkt auf den Zeichnungen mit Abbildungen in hervorragender Qualität; neben Madsen (1895) und der Tagebuch-Ausgabe von 2018 [Jesper Svenningsen] eines der Grundwerke Ăźber Lundbye; S. 370 â 372 Literaturhinweise).
⢠Ordrupgaard. Dansk kunst fra Guldalderens ĂĽrhundrede (⌠dänische Kunst aus dem Jahrhundert des Goldenen Zeitalters). Kopenhagen: Ordrupgaard, 1999. 127 S., (gute) Abbildungen. ISBN 87-88692-18-3 (Lundbye = Tafeln S. 52 bis 59 mit Beschreibungen; S. 114 f. = L. A. Ring (Lauritz Andersen Ring), âLundbyes BĂŚnk ved Arresøâ, 1899, die Bank am Arresee, von der aus Lundbye [angeblich] häufig malte; dazu S. 52 f. Lundbyes âWiese am Arreseeâ, 1838).
⢠Johan Thomas Lundbye 1818â1848. Ein KĂźnstler des Dänischen Goldenen Zeitalters. Zeichnungen & Aquarelle. Hamburg: Altonaer Museum, 2000. 62 S., (gute) Abbildungen. ISBN 87-90597-05-2 (Kurzausgabe des dänischen Katalogs von 1998).
⢠Mortensen, Klaus P.: Johan Thomas Lundbys kĂŚrlighed (⌠Liebe [zu Louise Neergaard]). Kopenhagen: Gad, 2000. 99 S. (nach einer Besprechung von Jens Kistrup. In: Weekendavisen, Kopenhagen, 22. â 28. September 2000, S. 11)
⢠Himlens spejl. Skyer og vejrlig i dansk maleri 1770â1880. (Der Spiegel des Himmels. Wolken und Witterung in der dänischen MalereiâŚ). Odense: Fyns Kunstmuseum & Storstrøms Kunstmuseum. 215 S., Abbildungen. ISBN 87-7838-738-8 (mehrere Abbildungen nach Lundbye, S. 190 ff., und entspr. Erläuterungen im Text).
⢠NørregĂĽrd-Nielsen, Hans Edvard: Undervejs med J. Th. Lundbye (Wanderungen mit ... ). Kopenhagen: Gyldendal, 2004. 63 S., Abbildungen. ISBN 87-02-03747-5 (Beschreibungen mit Reproduktionen von Lundbyes Bildern in Nordwestseeland, u. a. um den Pfarrhof in Vallekilde, wo sein Onkel, Honoratus Bonnevie, 1795â1873, Pfarrer war; Porträts der Mutter und Selbstporträts werden charakterisiert, die Landschaft am Vejrhøj und beim Schloss Dragsholm beschrieben â manche Bilder werden mit modernen Fotos konfrontiert, z. B. das HĂźgelgrab Hankehøj bei Vallekilde. Ăbrigens nennt der Verlagstext auf dem rĂźckseitigen Buchdeckel Lundbyes Tod durch einen âunglĂźcklichen Fehlsschussâ, nicht durch Selbstmord, wie NørregĂĽrd-Nielsen sonst gerne argumentiert.).
⢠Dirk Luckow, DÜrte Zbikowski: Die Kopenhagener Schule. Meisterwerke dänischer und deutscher Malerei von 1770 bis 1850. Kiel 2005.
⢠Fabler for børn. Gendigtet af Vagn Lundbye. Efter H. V. Kaalund. Med de originale illustrationer af Johan Thomas Lundbye (Fabeln fĂźr Kinder. Nachgedichtet von⌠Nach Kaalund. Mit den ursprĂźnglichen Abbildungen vonâŚ). Kopenhagen: Lindhardt og Ringhof, 2008. 63 S., Abbildungen. ISBN 978-87-595-2909-6 (mit einem Nachwort des Dichters Vagn Lundbye; der heutigen dänischen Sprache angeglichene, zum Teil nachgedichtete Texte J. Th. Lundbyes).
⢠NørregĂĽrd-Nielsen, Hans Edvard: Johan Thomas Lundbye 1818â2018. VĂŚrker fra private samlinger. (⌠Werke aus privaten Sammlungen). Skive: Wunderbuch, 2018. Nur z. T. paginiert [etwa zur Hälfte = 63 S.], zahlreiche Abbildungen. ISBN 978-87-93557-12-3 (Ausstellungskatalog Kalundborg 2018).
⢠Svenningsen, Jesper: Seks ĂĽr af et liv. Johan Thomas Lundbye, Dagbøger om tro, skĂŚbne, kunst og kĂŚrlighed (Sechs Jahre eines Leben⌠TagebĂźcher Ăźber Glauben, Schicksal, Kunst und Liebe). Kopenhagen: Ny Carlsbergfond â Strandberg, 2018. 511 S., zahlreiche Abbildungen. ISBN 978-87-93604-13-1 (Einleitung: Lundbye in seiner Zeit, der Tagebuchschreiber, Charakterisierung der TagebĂźcher; alle Texte mit Anmerkungen und passenden Abbildungen aus den verschiedenen TagebĂźchern von März 1842 bis April 1848).
Weblinks
Commons
: Johan Thomas Lundbye
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
cite-note-22. â Vgl. Johan Thomas Lundbye 1818â1848 âŚat male det kjĂŚre Danmark, 1994, S. 100.
cite-note-33. â Das frĂźhe Standardwerk Ăźber Lundbye schrieb Karl Madsen: Johan Thomas Lundbye 1818â1848. Kopenhagen: Kunstvereinigung, 1895
cite-note-44. â Auf dem Gutshof Vognserup bei HolbĂŚk wohnte er bei seinem Bruder Honoratus Rudolph. Vgl. https://vognserup.weebly.com/ (Febr. 2019) mit guten Abbildungen von Lundbyes Bildern aus dieser Gegend (und mit Bildern von Skovgaard und Philipsen).
cite-note-55. â Ăbersichtliche, neuere biographische Daten z. B. in Johan Thomas Lundbye 1818â1848 âŚat male det kjĂŚre Danmark, 1994, S. 9 ff., und bei Svenningsen: Seks ĂĽr af et liv, 2018, S. 502 f.
cite-note-66. â Mit Skovgaard war Lundbye 1843 in Vejby, Gemeinde Gribskov, in Nordseeland und malte dort mehrere Bilder mit bäuerlichen Szenen.
cite-note-77. â Johan Thomas Lundbye 1818â1848 âŚat male det kjĂŚre Danmark ist der Titel des sehr guten Ausstellungskatalogs vom Thorvaldsen Museum in Kopenhagen, 1994; dort ein entspr. Beitrag von Stig Miss, S. 21â33.
cite-note-88. â Ăber die Familie Bonnevie vgl. Kristine Bonnevie und Poul Bonnevie: Familien Bonnevie i Danmark og Norge. 1714â1930 [nach der Stammtafel von Daniel Thrap, 1915], Kopenhagen - Oslo 1931 (Ăźber die Familie Lundbye dort S. 133â143). Hinsichtlich des Vaters und einiger seiner SĂśhne sprach man (Ăźbertrieben) von einer âMilitärdynastie Lundbyeâ (so z. B. auch bei dk.Wikipedia.org, auf Dänisch âMilitĂŚrslĂŚgtâ), aber die Rolle in den dänischen Kriegen 1848 und 1864 mancher der Mitglieder dieser Familie ist doch auffällig. â Der Stammvater der Bonnevies kam aus Antibes und zog 1715 zuerst nach SĂźdnorwegen. â Vgl. Madsen, 1895, S. 8 ff.
cite-note-99. â Wikimedia Commons = Carl Lundbye.jpg und weitere Abbildungen
cite-note-1010. â Wikimedia Commons = Emanuel Andreas Lundbye ca. 1870.jpg und weitere Abbildungen
cite-note-1111. â Zur genauen Genealogie Lundbye - von Petersdorff und so weiter; Nachkommen u. a. Ras-Lundbye (in Holland) und Holzapfel (in Deutschland) vgl. Geneanet oholzapfel. Die Familie Lundbye nannte sich nach dem kleinen Herkunftsort Lundby bei Brarup auf Falster, wo der Stammvater Rasmus Hansen Boesen 1738 als Kleinbauer und Häusler erwähnt wird. Der Sohn, Christen Lundbye (* 1739; â 1786), und GroĂvater des Malers war u. a. kĂśniglicher Vogt auf St. Croix, Dänisch-Westindien (Virgin Islands).
cite-note-121. Skovgaard malte ein ähnliches Motiv mit dieser Lundbye-Gruppe von Kindern 1849, nach dem Tod Lundbyes, und nannte es âLandstraĂe beim Gut Vognserupâ; vgl. Statens Museum for Kunst [SMK], Kopenhagen, Signatur: KMS580. Von dem Bildhauer Kai Nielsen [1882 â 1924] wurde diese Szene um 1911 [ErĂśffnung der Sammlung] als dreieckiges Giebelrelief Ăźber dem Eingang zur Hirschsprungschen Sammlung gestaltet. Vgl. âDen Hirschsprungske Samlingâ Wikipedia.de mit Abbildung. Skovgaard malte und zeichnete den Freund mehrfach, und Lundbye porträtierte umgekehrt ebenfalls den Freund.
cite-note-1313. â Bekannt ist neben anderen Belegen fĂźr Lundbyes Stimmungsleben auch seine aquarellierte Federzeichnung âPerfectum â PrĂŚsens â Futurumâ von 1844: Auf einem Stein sitzend, vergräbt er sein Gesicht in die Hände; vgl. Johan Thomas Lundbye 1818â1848 âŚat male det kjĂŚre Danmark , 1994, S. 78. Vgl. auch Ib Ostenfeld, 1977. â Die Liebe zu Louise NeergĂĽrd wird u. a. vom Dichter Vagn Lundbye beschrieben; vgl. Johan Thomas Lundbye 1818â1848 âŚat male det kjĂŚre Danmark , 1994, S. 118â121.
cite-note-1414. â z. B. auch Hans Edvard NørregĂĽrd-Nielsen: Dansk Guldalder Maleri. Ny Carlsberg Glyptotek [Katalog]. Kopenhagen 1995, S. 59. â Und 2018, S. 10, und mit Hinweis auf Literatur von 1998 [er hätte es auch vorher wissen kĂśnnen], schlieĂt sich NørregĂĽrd-Nielsen der Tatsache von einem Unfall an.
cite-note-1515. â Berichte von Zeugen, z. B. von seinem engen Freund und Mitfreiwilligen von 1848, Svend Grundtvig, dem Sohn von Nikolai Frederik Severin Grundtvig. Grundtvig stand neben Lundbye (Tegninger & Huletanker, 1998, S. 116), als dieser von der Kugel aus der Nachbarkompanie getroffen wurde, und er beschrieb den Unfall in einem Brief an die Eltern vom 28.4.1848. Und Grundtvig korrespondierte später mit dem Lithographen Axel Theodor Kittendorff, der in einem Brief vom 3. Mai 1851 Ăźber seine Arbeit berichtete, das Begräbnis zu illustrieren. Mehrere Augenzeugen schilderten in ähnlicher Form [auf Dänisch / mit Auslassungen:] âam 26. April Marsch und Halt bei Bedsted ⌠Gewehre zur Pyramide gestellt, Lundby[e] zeichnete einen Dragoner ⌠Signal zum Antreten, dem er folgte ⌠ein Mann der Nachbarkompagnie lief zwischen die Gewehre dort; die Pyramide fiel um, aus einem der Gewehre lĂśste sich ein Schuss ⌠das Leben war ausgelĂśscht ⌠sein Leichnam brachte man in die Schule, ein Kirchenlied wurde gesungen, der Pfarrer war am Grab ⌠das Bataillon marschierte weiter ...â [Dansk Folkemindesamling, Signatur: DFS 172; Dänische KĂśnigliche Bibliothek] Allerdings kursierte auch in der Familie der Mythos vom Selbsttod. â Kittendorffs Zeichnung mit dem Bericht erschien in Illustreret Folkealmanach for 1852 (Kopenhagen 1851). Gleiche Darstellung bei Madsen, 1895, S. 234â236, und bei Madsen, 1961, S. 60. â Die Freunde Svend Grundtvig, Christian Frederik LĂźtgen und auch Carlo Dalgas waren am Grab, der letztere hat das Begräbnis gezeichnet als Vorlage fĂźr Kittendorff (vgl. Katalog 1893, Nr. 493, und Tegninger & Huletanker, 1998, S. 117 mit Abbildung; S. 118 ff. dort weitere Zeugenaussagen und Literaturhinweise). Ib Ostenfeld, 1977, S. 42 ff., hält es dennoch fĂźr mĂśglich, dass die âverirrte Kugelâ aus Lundbyes eigenem Gewehr stammte; er spricht von einer âunaufgeklärten Todesartâ. Sollten sich alle Zeugen und Freunde sofort auf einen erklärenden Mythos geeinigt haben? â In der umfangreichen Biogaphie von Jens Andersen, Hans Christian Andersen. Eine Biographie, Frankfurt/Main und Leipzig: Insel, 2005 [dänisch 2003], wird aus dem Tagebuch von H. C. Andersen zitiert, auch ausfĂźhrlich Ăźber den Tod Lundbyes ⌠âvon einer deutschen Kugel zerschmettertâ (S. 522). Unverständlich ist, dass der Verfasser der Biographie in der entsprechenden Anmerkung nicht hinzufĂźgt, dass das falsch ist; es war ein (dänischer) âvĂĽdeskudâ [Fehlschuss], als die Gewehrpyramide umfiel.
cite-note-1616. â Ib Ostenfeld (vgl. 1937 und 1977) hat in seinen zahlreichen Werken seit 1933 (Der Begriff Angst bei Kierkegaard) immer wieder das Verhältnis von Lundbye zu Kierkegaards Philosophie thematisiert. â Vgl. auch Johan Thomas Lundbye 1818â1848 ⌠at male det kjĂŚre Danmark , 1994, S. 182â195.
cite-note-1717. â Dirk SchĂźmer: âEine ZipfelmĂźtze fĂźr den Vesuvâ. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 230 vom 5. Oktober 1998, Feuilleton. â Auch hier wird die MĂśglichkeit des Todes âdurch eigene Handâ erwogen. Wem die Realität zu einfach ist, der braucht offenbar starke Mythen. Und auch diese liefert Lundbyes Tagebuch, nämlich mit dem Eintrag am 14. April 1848, als er sich als Freiwilliger fĂźr den Feldzug meldete [auf Dänisch:] âHeute trat ich in die Armee ein. Falls eine verirrte Kugel⌠, da wĂźrde diese nur ein Herz zur Ruhe bringen, das unter schmerzlichen Wunden leidet. Gott segne Dänemark! Und meine Mutter!â Zur Mutter hatte Lundbye ein tiefes, fast selbstzerstĂśrerisch-inniges Verhältnis, das sich auch in den Zeichnungen von der Mutter spiegelt (Ib Ostenfeld, 1977, S. 15, sagt, dass ein Teil des Schicksals von Lundbye aus seiner Mutterbindung resultierte, deren Opfer er war). Von Kameraden gefragt, warum er sich [im April 1848] nicht von der Mutter verabschiedet habe, antwortete er: âDas war mir unmĂśglich, denn ich sehe sie nicht wieder.â Vgl. N. H. Rose, âEt gravsted i Bedstedâ. In: Kristeligt Dagblad (Kopenhagen) vom 28. April 1998 [danach auch das Zitat; gleiche Darstellung und Zitate bei Madsen, 1961, S. 59].
cite-note-1818. â Wikimedia Commons = Johan Thomas Lundbye memorial (mehrere Fotos, auch vom Denkmal an der Garnisonskirche in Kopenhagen). Auf dem Grabstein steht "dyrmaler" [ohne e], "Tiermaler". Der Architekt u. a. des Thorvaldsen-Museums, 1838â1847, Gottlieb Bindesbøll, schrieb auf seinen Entwurf eines Grabmals fĂźr Lundbye ebenfalls "dyremaler" [mit e], vor allem aber [Ăźbersetzt:] "Seine Bilder zeugen von seinem heimatlichen Sinn" [Skizze in der KĂśniglichen Bibliothek, Kopenhagen].
cite-note-1919. â FĂźr die Dorfkirche in Dalby, Sønder Dalby bei Faxe auf Seeland, malte Jørgen Roed 1848 die Altartafel. Dem Josef im Stall von Bethlehem gab er das Aussehen Lundbyes. Vgl. Danmarks Kirker, hrsg. vom Nationalmuseum, Band PrĂŚstø Amt, 1. Halbband, Kopenhagen: Gad, 1933â1935, 578 f. [auf Dänisch:] âMan sagt, dass das Gesicht des Joseph das beste Portrait von Lundbye seiâ, S. 579 [nach dem Kirchenbuch von Dalby].
cite-note-2020. â https://www.krak.dk/ (22. 1. 2019)
cite-note-2121. â Dieter Pust: Flensburger StraĂennamen. Gesellschaft fĂźr Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Johan-Thomas-Lundbye-Weg, S. 91. Auf Nachfrage bestätigt mit einer Mail vom Stadtarchiv Flensburg vom 25. Januar 2019.
cite-note-2222. â NørregĂĽrd-Nielsen, Hans Edvard: Dansk Guldalder Maleri. Ny Carlsberg Glyptotek [Katalog]. Kopenhagen 1995, S. 15 mit Abbildung.
cite-note-2323. â NørregĂĽrd-Nielsen, H. E.: Dansk Guldalder Maleri. 1995, S. 43.
cite-note-2424. â NørregĂĽrd-Nielsen, H. E.: Dansk Guldalder Maleri. 1995, S. 54. â Bereits mit 14 Jahren ging Lundbye erst in die Malschule bei J. L. Lund, später beim Tiermaler Christian Holm; vgl. Madsen, 1895, S. 20 ff.
cite-note-2525. â Der Brockhaus rechnet ihm dem âromantischen Realismusâ zu und sieht ihn auch von C. D. Friedrich beeinflusst; vgl. Brockhaus Enzyklopädie, 17. Auflage, Band 11, Wiesbaden: Brockhaus, 1970, S. 687. Gleicher Text in: Der Kunst Brockhaus, Band 2, Wiesbaden: Brockhaus, 1983, S. 62. Vgl. auch Caspar David Friedrich og Danmark (⌠und Dänemark), Kopenhagen: Statens Museum for Kunst, 1991.
cite-note-2626. â Erst in den letzten Jahren, nach der RĂźckkehr aus Italien 1846, konnte er fast alle seine Bilder verkaufen; vgl. BrĂźnniche, 1953, S. 10.
cite-note-2727. â Gute Beispiele fĂźr Lundbyes Freude am Ornament sind die Skizzen zu den groĂen Wandbildern (diese sind nicht erhalten) fĂźr die Studentenvereinigung, die 1845 ein ânordisches Festâ veranstaltete und den Saal mit Bildern nordischer GĂśtter schmĂźcken lieĂ. Lorenz Frølich lieferte die Figuren der GĂśtter, Lundbye das âaltnordischeâ Ornament als Rahmen. Vgl. Svenningsen: Seks ĂĽr af et liv, 2018, S. 146, mit der Abbildung des Odin. Gleiches gilt fĂźr den Gott Heimdall, bei Wikipedia Commons = Heimdal (1907) by J. T. Lundbye.jpg, fälschlich als Werk von Lundbye angegeben (â1907â ist ein späterer Holzschnitt nach der Vorlage von 1845). Das Ornamentband Lundbyes hat sich nicht erhalten, Frølichs farbige Zeichnung âHeimdalâ ist im Privatbesitz. Andere Internetseiten wie z. B. âHeimdal. Rework of a drawing by Johan Thomas Lundbye published in 1907. #manufactusâ Ăźbernehmen [2019] diesen Fehler (dort als Linolschnitt). â Vgl. auch F. Hendriksen: Lorenz Frølich. [âŚ], 1920â1921, S. 138 ff. bis S. 143 mit den nordischen GĂśttern, 1845; S. 141 Lundbye hat nicht die Heimdall-Figur gezeichnet, aber alle Rahmen, siehe dort Abbildung S. 142. â Siehe auch Mindeblade⌠1845.
cite-note-2828. â [auf Dänisch:] âAls Zeichner hat er den feinsten Strich [Linie] in der dänischen Kunst, entweder ein Baum, dessen Struktur er mit Meisterhand wiedergibt, oder eines unserer Haustiere, das er mit GefĂźhl, die an Zartheit grenzt, abbildet.â (K. F. [Kai Flor], 1935, S. 246).
cite-note-2929. â Auch C. W. Eckersberg lehrte, nach der Natur und in der Natur zu zeichnen und geplante Bilder zu skizzieren.
cite-note-3030. â Vgl. z. B. Wikimedia Commons = En dansk kyst. Motiv fra KitnĂŚs ved Roskilde Fjord.jpg, wo der KĂźstenabbruch zum Fjord auf diesem berĂźhmten Bild von 1841/42 gegenĂźber der Natur ĂźberhĂśht erscheint. Das Bild wird u. a. analysiert von Kasper Monrad (1952 â 2018; dänischer Kunsthistoriker), vgl. Johan Thomas Lundbye 1818â1848 âŚat male det kjĂŚre Danmark , 1994, S. 140 â 150; vgl. auch H. E. NørregĂĽrd-Nielsen: Danske kyster, 1986, S. 48 â 57, aber auch bereits Madsen, 1895, S. 91 â 94. Madsen nennt das KitnĂŚs-Bild Lundbyes letztes groĂes Landschaftsbild (S. 100); danach konzentrierte er sich vor allem auf die Tiermalerei und auf Zeichnungen. â Ein anderes Motiv mit einem HĂźgelgrab vgl. Wikimedia Commons = Johan Thomas Lundbye 001.jpg. â Bei dem Bild âSeeländische Landschaftâ von 1842 hat Lundbye gegenĂźber Frølich selbst erzählt, es wäre eine âreine Kompositionâ, also das Ergebnis einer Arbeit im Atelier nach Studien und Skizzen an verschiedenen Stellen; vgl. Svenningsen: Seks ĂĽr af et liv, 2018, S. 67.
cite-note-3131. â [Misthaufen] âVor einem Kuhstall in Vejbyâ, 1843; vgl. NørregĂĽrd-Nielsen, H. E.: Dansk Guldalder Maleri. 1995, S. 59 und S. 230 f., Abbildung 81. â Vgl. auch Wikimedia Commons = Johan Thomas Lundbye â A Cowshed on a Farm at Vejby, Zealand â KMS446 â Statens Museum for Kunst.jpg
cite-note-3232. â Wikimedia Commons = J. Th. Lundbyes monogram fra Brølende køer ved et stĂŚnge.jpg
cite-note-3333. â Z. B. âLandschaft am Arreseeâ, 1838; vgl. NørregĂĽrd-Nielsen, H. E.: Dansk Guldalder Maleri. 1995, S. 210 f. mit Abbildung 71. Auch in ein Poesiealbum von 1837 [im Privatbesitz] schrieb er seinen Namen mit Runen; ein Selbstporträt von 1836 signierte er mit âJohan Lundbyeâ in Schreibschrift (NørregĂĽrd-Nielsen, H. E.: Dansk Guldalder Maleri. 1995, S. 56 mit Abbildung), 1834 mit âJ. T. L.â in Schreibschrift (âEt ĂŚsel, plaget af fluerâ, Zeichnung vom Esel, der von Fliegen geplagt wird, rĂźckseitig datiert). Bei artsignaturedictionary.com (27. 01. 2019) wird das Monogramm fälschlich mit âTLâ aufgelĂśst, weil das in der Mitte stehende I mit Punkt darĂźber fĂźr âJâ nicht erkannt wird.
cite-note-3434. â Neben Constantin Hansen, 1836, gilt Lundbye quasi als âErfinderâ des Aussehens dieser Figur, welcher Lundbye jedoch auffällig sein eigenes Gesicht lieh und sich mit ihm identifizierte. BerĂźhmt und oft kopiert wurde sein Nisse in Flinchs Almanak fĂźr 1842; vgl. Wikimedia Commons = Lundbye nissen 1842.jpg. â Zu Andreas Christian Ferdinand Flinchs Holzschnitten seit 1840 vgl. Madsen, 1895, S. 110 ff.: Frølich, Skovgaard und Lundbye arbeiteten fĂźr ihn.
cite-note-3535. â Gunnar Jespersen: âEn lille nisse rejste. Og lĂŚngtes grueligt hjemâ (Ein kleiner Nisse reiste [⌠Kinderlied]. Und sehnte sich heftig nach Hause). In: Berlingske Tidende (Kopenhagen) vom 21. Dezember 1969, 3. Abteilung, S. 3.
cite-note-3636. â Wikimedia Commons = Hunden ved Stranden.jpg. â Zu LĂŚssøe vgl. Madsen, 1895, S. 23 f.; zu Jerichau dito, S. 24 â 26; zu Købke dito, S. 27 â 29, S. 36 f. u. Ăś.; zu Skovgaard, wohl der engste Freund Lundbyes, dito, S. 39 â 41 u.Ăś.; zu Frølich, dito, S. 70 ff.
cite-note-3737. â Høyen seinerseits begeisterte sich in Vorträgen fĂźr Lundbyes Vognserup und die Landschaft zwischen Vallekilde und HolbĂŚk in Nordwestseeland; vgl. Madsen, 1895, S. 146 ff.
cite-note-382. Vgl. Svenningsen, 2018, S. 244 f., mit der Beschreibung, wie diese Strichätzung entstanden ist, Tagebuch-Eintrag vom 25. Dezember 1844. GrĂśĂe der Vorlage 16 x 23,5 cm.
cite-note-3939. â z. B. Wikimedia Commons = Johan Thomas Lundbye â En tyrekalv bundet til en ledstolpe.jpg (ein Stierkalb, an ein Gatterpfosten gebunden; Strichätzung 1844); im Gegensatz z. B. zu N. L. Høyen, der den Wert der Zeichnungen geringer einschätzte, als er 1851 eine Auswahl aus dem Werk fĂźr die KĂśnigliche Kupferstichsammlung treffen sollte (vgl. Tegninger & Huletanker, 1998, S. 12). Entsprechend wurden die SkizzenbĂźcher leider zerschnitten und ihr Inhalt verstreut in der Familie (dito S. 13). â Der dänische Wikipedia-Eintrag (Februar 2019; an dem sich der vorliegende Artikel nicht orientiert) hat drei groĂe und charakteristische Abschnitte: âder Tierfreundâ, âLandschaft und Tiereâ und âSehnsucht und Leben auf dem Landâ.
cite-note-4040. â Die Italienreise begann im Juni 1845 und fĂźhrte Ăźber Deutschland und die Schweiz nach Marseille, von dort aus mit dem Schiff nach Rom, später u. a. nach Neapel. Die RĂźckreise ging u. a. Ăźber Florenz und Mailand nach Belgien und Holland; Mitte Juli 1846 war Lundbye wieder in Kopenhagen. Vgl. BrĂźnniche, 1953, S. 9. â Die Ausbeute aus der Italienreise schätzt Madsen, 1895, S. 180 und dazu S. 180 ff., denkbar gering ein: âDie Bilder und Zeichnungen von der Reise bedeuten [kĂźnstlerisch] so wenig in Lundbyes ProduktionâŚâ Lundbye blieb âsich selbstâ; er malte wieder in Vognserup und war glĂźcklich (Madsen, 1895, S. 194; Tegninger & Huletanker, 1998, S. 256 â 265 mit vielen Abbildungen). â Der Nisse auf diesen Zeichnungen ist nach 1844 ein neues Motiv, Lundbye identifizierte sich mit dem scheuen Troll, der im vorzeitlichen GrabhĂźgel lebt; vgl. BrĂźnniche, 1953, S. 15 f. Das Reisetagebuch nannte er entsprechend âTrollerei / Zauberei und [Grab]hĂźgelgedankenâ; 78 Seiten mit 40 Zeichnungen: Aquarelle, Tusche, Feder und Bleistift; heute in der Hirschsprungschen Sammlung, Kopenhagen. â Nach Ib Ostenfeld, 1977, S. 37 ff., ist die Figur des HĂźgelbewohners Ausdruck von Lundbyes âschwermĂźtiger Resignationâ und wirkte verstärkend auf sein Heimweh während der Italienreise.
cite-note-4141. â âDen Hirschsprungske Samlingâ besitzt allein etwa 600 Lundbye-Zeichnungen; vgl. den Katalog von 1998.
cite-note-4242. â [in Auswahl:] Charlottenborg Kopenhagen, FrĂźhjahr 1835 (und mehrfach bis 1848 und 1850); Universität Kopenhagen 1843; London 1862; Nordische Kunstausstellung Kopenhagen 1872; Charlottenborg Kopenhagen 1888; Weltausstellung Paris 1889; Kunstverein Kopenhagen 1893 [siehe: Literatur; Katalog von Karl Madsen, 1893]; Rathausausstellung Kopenhagen 1901; Charlottenborg Kopenhagen 1902 [Katalog von Emil Hannover {1864 â 1923, dänischer Kunsthistoriker und erster Direktor der Hirschsprungschen Sammlung, vgl. Wikipedia.dk}]; Guildhall London 1907; Nationalmuseum Stockholm 1918; Jeu de Paume Paris 1928 [Katalog von Karl Madsen]; Kunstverein Kopenhagen 1931 (und 1954 und 1975); Statens Museum for Kunst Kopenhagen 1941; Victoria & Albert Museum London 1948; Kunstverein Kopenhagen 1954 [siehe: Literatur 1954]; Nationalmuseum Stockholm 1964; London und Paris 1984; MĂźnchen 1985; Statens Museum for Kunst Kopenhagen 1989 (Lundbye und Skovgaard); Statens Museum for Kunst Kopenhagen 1991 (C. D. Friedrich und Dänemark); Los Angeles und New York 1993; Thorvaldsens Museum Kopenhagen 1994 (Katalog mit ausfĂźhrlicher Bibliographie); KĂśln 1995; New York 1995/96; Hirschsprung Kopenhagen 1998/99 und Hamburg-Altona 2000. â Weitere Kataloge siehe: Literatur.
cite-note-4343. â Mit M. Saabye Verfasserin eines Grundwerks Ăźber den Maler Wilhelm Bendz, 1996, einem Zeitgenossen von Lundbye.